...

Ich trank also immer Weniger.
Ich hatte das erste Heft voll.
Das zweite.
Das dritte.
Ich weiß nicht wie viele.
Ich hasste die Wochenenden.

Wir zogen irgendwann wieder aus.
Zogen in eine andere, größere, Wohnung.
Dort hab ich gleich alle Schlüssel ausprobiert.
Und jeder, der für mein Zimmer passte, den nahm ich und versteckte ihn im Zimmer.
Ich lebte mich ein.
Ging in die neue Schule.
Und wurde weiter geschlagen.

Ringo fing an, meine Mutter zu schlagen.
Und dann kam sie zu mir.
Ich fing an mit meinen Kuscheltieren zu reden.
Sie waren wie mein Psychologe.

"Weißt du, Bär, ich will hier nicht mehr leben, weißt du wie schön es wäre, wenn ich in einem Heim wäre?"

und er antwortete mir:

"Ja, ich verstehe dich, ich bekomme das ja jeden Tag mit. Ich hätte schon lang etwas getan. Trau dich doch. Tu es doch."

Ich tat es nie...

Und ich behielt meine Selbstgespräche fort. Jetzt noch.

Irgendwann stand ich auf dem Fenstersims.
Vollgepackt. Mit Klamotten.
Ich konnte nicht runterspringen.
Obwohl es nur 2 Meter waren.
Es könnte mich jemand beobachten.
Der würde denken, das ich ein böses Mädchen sei.
Also sprang ich nicht.

Und es ging weiter.

Ich fing an mich selbst zu verletzen.
Irgendwann. Keine Ahnung, wie alt ich war.
Es erlöste.
Es bestrafte.
Es gab mir die Antwort auf die Frage: "Lebst du noch?"
Also schnitt ich weiter.
Ich konnte es nicht wirklich verheimlichen.
Es gab mehr Schläge.
Mehr Schnitte.

Irgendwann wollte ich nicht mehr schneiden.
Ich sah ein, das ich mich selbst verletze.

Doch mein Körper wusste sich selbst zu helfen.
Er "schrie" selber nach Hilfe.
Ich verletzte mich immer so im Sportunterricht, das ich zum Arzt musste.
Das ich immer einen Gips bekam.
Oder ins Krankenhaus musste.
Zwischen den Verletzungen war gerade mal, wenn überhaupt, immer eine Woche.
Der Arzt kannte mich sehr gut.
Oh ja.

Ich musste trotz Gips am Bein und Krücken mit Zeitungen tragen.
Nachts.
Dunkelheit.
Allein.

und ich schaffte es. Mein Körper hat viel mitgemacht. Wenig getrunken, "nur" Mittagessen (Früh und Abendessen gab es für mich nicht mehr, da ich nicht ohne Aufsicht in die Küche durfte)
gegessen, Nachts um 2 Uhr aufgestanden, bis 6 Uhr getragen, um 8 in die Schule und um 8 abends ins bett.

Bis ich mir den Arm brach.
Ich musste längere Zeit in die Klinik.
Ein dummer Zufall ergab das ich an eine Psychologin kam.
Wir sprachen mit meiner Mutter...

...

1.2.07 01:16

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