...

"Sandra, du putzt heute die Wohnung, machst das Essen, deine Hausaufgaben, lernst, gehst einkaufen und machst dein Zimmer sauber. Und du schaust NICHT Fernsehen! Haben wir uns da verstanden?"

"Ja, Mama."

Ich ging in die Schule, und passte im Unterricht auf, zumindest versuchte ich es. Ich überlegte mir, was ich denn alles mache, wenn ich daheim bin. Denn ich wollte doch unbedingt diese Sendung sehen. Aber ich durfte ja nicht...

Nach der Schule lief ich nach Hause. Ich ging bei dem Frisörsalon vorbei, bei dem man immer eine Hand voll Gummibärchen bekommen hat.

Als ich daheim angekommen bin, sperrte ich die Türe auf, niemand war daheim, was erwartete ich auch?

Ich suchte mir eine CD aus, steckte sie in den Player und drehte auf und tanzte mit dazu.

Dann hab ich meine Aufgaben gemacht, wie man mir gesagt hatte. Als erstes hab ich schnell Hausaufgaben gemacht, und die Wohnung geputzt, danach das Essen gemacht. Zimmer aufgeräumt. Dann es war 6 Uhr. Meine Serie, die ich unbedingt sehen wollte kam. Trotz verbot hab ich sie mir angesehn. Und vergas das einkaufen.

Um 7 kamen meine Eltern heim. Sie zogen sich aus, und haben gleich in allen Ecken geschaut, ob ich meine Aufgaben richtig gemacht habe.

"Sandra, wo ist der Einkauf?"
"Ich, den, hab ich vergessen."
"Und richtig sauber gemacht hast du auch nicht!"
"Aber, ich hab doch das gemacht, was ihr wolltet!"
"AB IN DEIN ZIMMER UND MACH DAS ZUMINDEST SAUBER!"

Ich ging ohne Widerrede in mein Zimmer. Aber ich machte nicht sauber, für mich war es ordentlich. Also legte ich mich in mein Bett, hörte den Streit zu, den sie im Zimmer nebenan führten.

Dann kam meine Mutter rein, ich bekam Angst. Ich lies mir nichts anmerken. So hoffte ich doch.

Sie sahen mein Zimmer an, haben alles auf den Kopf gestellt. Fanden mein Brot für die Pause, das ich nicht gegessen habe.
Ringo wurde wütend.
Ging in die Küche.
Kam mit einem Teller zurück.
Auf dem ein verschimmeltes Brot lag und Wurst aus dem Abfalleimer.
Er gab es mir, meinte "Hier, dein Abendessen!"
Ich sah es an.
"ESS!"
Ich ass.
Es wurde ihm zu blöd mir dabei zuzusehen, wie langsam ich esse.
Er nahm den Teller, schmiss das Essen auf mein Bett.
Zerbrach den Teller.
Nahm eine Scherbe aus dem Haufen heraus.
Steckte sich diese Scherbe in den Mund.
Und biss darauf herum.
Er nahm noch eine Scherbe.
Steckte sie mir in den Mund.
Zwang mich.
zu beisen.
Ich weinte.
Versuchte zu beisen.
Es ging nicht.
Ich biss noch einmal.
Die Scherbe zerbröselte langsam an der Seite.
Ich biss solange, bis ich sie Schlucken konnte.
Das tat ich auch.
Ich weinte.
"Hör auf zu flennen, so schlimm ist es doch nicht!"
Ich versuchte aufzuhören zu weinen.
Es wurde schlimmer.

Sie sprachen sich ab. Meine Mutter nickte.
Sie sagte mir, ich solle mich ausziehn.
Ich konnte nicht.
Sie ging in die Küche.
Holte den Kochlöffel.
Kam zurück.
Sagte wieder ich solle meine Hose ausziehn.
Ich tat es.
Ich wartete.
Dann kam der erste Schlag.
Ziehen.
Stechen.
Schmerz.
Hass.
Der zweite.
wieder.
Ziehen.
Stechen.
Schmerz.
Hass.
So ging es weiter.
Der Schmerz wurde immer schlimmer.
Wieder versuchte ich.
Meinen Körper mit den Händen zu bedecken.
Sie schlug auf meine Hände.
Immer weiter.
Immer fester.
Und meinte immer wieder.
"Du bist doch selber Schuld!"
"Du könntest ein viel schöneres Leben haben!"
Irgendwann verschwanden beide.
Ringo mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
Meine Mutter mit Tränen.

Ich blieb so liegen.
5 Minuten lang.
Dann zog ich mich aus.
Sah meine Finger an.
Sie waren blau.
dick.
Ich überlegte mir ob ich abhauen soll.
Nein.
Ich hab hier doch eig. ein schönes Leben.
Ausserdem, wo sollte ich hin?
So ist das in jeder Familie.
Also, sollte ich mich nicht so anstellen.

Also blieb ich.

Und schlief.
Mit Albträumen.

30.1.07 11:01

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