Neu Geschrieben

Wir wohnten in einem Haus, irgendwo in der Pampa. Ich wurde frühs von meiner Mutter geweckt, frühstückte, ging in die Schule. Kam nach Hause, machte meine Hausaufgaben und wurde dann von meiner Oma abgeholt und zu meiner tante gebracht. Wir haben meine Hausaufgaben kontrolliert, kochten miteinander, lernten… Meine Tante wusste viel… Sie hat mir über den Krieg erzählt… Sie hat mir Mathe beigebracht, schwimmen… Abends holte mich meine Mutter wieder ab, wir fuhren nach Hause zu Papa und meinen und Hund und dem Vogel. Irgendwann starb Coco, der Vogel. Einfach so. Ich hing sehr an ihm, denke heute noch an ihn.
Und auch irgendwann wachte ich Nachts auf und schrie nach meiner Mutter. Sie hörte mich nicht… Die Küchentüre war zu und meine Eltern schrien sich an.
Nach dem Streit ging alles sehr schnell… Meine Eltern liesen sich scheiden, das Jugendamt fragte mich mindestens 2 mal wo ich wohnen will. Ich entschied mich bei meiner Mutter zu bleiben. Ich konnte ihr ja nicht weh tun, und sagen ich will zu meinem Papa ziehn. Ausserdem war Papa sehr selten zu Hause. Wir sind umgezogen. In eine kleine 2-Zimmer-Wohnung. Meine Mutter lernte sehr schnell einen neuen Mann kennen. Er hieß Ringo und war eigentlich ganz nett. Er spielte mit mir. Er hat mir sogar eine Puppe gekauft. Wir haben zusammen am Tisch gegessen. Haben gekocht. Er war nur am Wochenende bei uns. Über der Woche hat er bei sich gewohnt. Ab und zu am Wochenende bin ich zu meinem Vater. Da haben wir auch wieder gespielt und mein Papa hat mir mein Lieblingsessen gemacht.
Irgendwann fing ich an in der Schule schlechter zu werden. Meine Noten wurden miserabel und ich war frech. Frech zu meinen Lehrer, meinen Eltern. Ich bekam Hausarrest und wurde geschimpft. Wurde zum Lernen verdonnert. Ich hatte noch nie Hausarrest. Darum stellte ich mich auf stur, ich wollte kein Hausarrest haben.
Mein Vater holte mich seltener ab, weil er eine andre Frau fand. So also war ich Wochenends öfter zu Hause. Ringo war jetzt auch unter der Woche ab und zu da und er hatte schon einige Klamotten hier. Mich störte es nicht, ich kam gut mit ihm klar.
Ich weiß nicht mehr den Übergang genau. Ich weiß nur, dass ich meinen Vater noch seltener sah als bisher. Ich wurde noch schlimmer. Schlimm in der Hinsicht, das ich mich nicht ganz an die Regeln hielt. Ich bekam fürs Widersprechen eine Ohrfeige. Ich musste im Zimmer essen. Ich bekam immer die Reste vom Vortag zu essen. Das was übrig blieb.
Abends irgendwann kam Ringo und Mama ins Zimmer. Ich hab geschlafen und durch das schreien meiner Mutter wurde ich wach gerissen. Sie schrieen mich an, warum ich das Wohnzimmer nicht richtig saugte. Ich find an zu weinen. Ich hab es vergessen. Sie schrieen mich weiter an und ich bekam wieder eine Ohrfeige. Irgendwann beruhigten sie sich. Und Ringo sprach mit mir über meinen Vater. Er meinte, würde mich mein Vater lieben, würde er sich viel mehr um mich kümmern. Dann würde er am Wochenende kommen und mich abholen. Aber ich müsse selber auf den Gedanken kommen, ob ich den Kontakt abbrechen sollte. Er meinte „irgendwann machts in deinem Hirn –klack- und dann sagst du du willst keinen Kontakt mehr haben“. Eine Woche später habe ich den Kontakt abgebrochen. Ich saß ihnen dauernd am Leib. Hatte selten noch nicht Hausarrest. Für jede Minute die ich zu spät kam bekam ich eine Woche Hausarrest. Ich hatte eine gewisse Zeit um von der Schule nach Hause zu kommen. War ich zu spät gab es Hausarrest. Hatte ich kein Hausarrest musste ich pünktlich um 6 Uhr zu Hause sein. Weil es ist ja nicht möglich, das man sich auf sein Kind nicht verlassen kann. Was ist, wenn man weg will und das Kind kommt unpünktlich von zu Hause heim. Recht hatten sie schon. Aber ich kam selten 15 Minuten oder 30 Minuten zu spät. Lediglich maximal 5 Minuten. Was dann auch hieß 5 Wochen Hausarrest. Und kam ich nach der Schule in den Hausarrest-Wochen zu spät nach Hause wurden die Minuten eben dran gehangen.
Ringo fing irgendwann an Alkohol zu trinken. Anfangs noch relativ wenig, aber täglich. Er wohnte ja jetzt schon bei uns. Zwar nicht mit Mietvertrag und so. Aber immerhin. Meine Tage gingen so weiter.
Bis er Anfing mehr zu trinken. Er trank 5-6 Bier pro Tag. Ich musste dann nach der Schule gleich in mein Zimmer, weil mich, das nichtsnutzige Ding, brauchte man nicht, wenn man ja nicht, während man die Wohnung sauber macht. Ich fragte auch nicht, ob ich irgendwas helfen konnte. Ich fragte lieber, ob ich raus darf. Hatte ich Hausarrest blieb ich in meinem Zimmer und verbarrikadierte mich hinter Schulbücher und tat so, als würde ich lernen. Meist schrieb ich einen Brief an meine Freundin. Abends, als meine Mutter von der Arbeit kam fing Ringo an zu trinken und der Streit fing an. Sie stritten darüber, das ich nur daran denke raus zu gehen. Das ich nicht auf die Idee komme zu fragen, ob ich ihn helfen könne. Er schrie meine Mutter an, das ich doch mal Prügel bräuchte. Meine Mutter tat es nicht.
Solche Streitereien gingen des öfteren und des längeren so.
Ich zwang mich zu schlafen, denn ich wollte den Streit nicht hören. Ich konnte ja nichts dafür, ich wollte doch nur meinen Freiraum genießen.
Ich wachte irgendwann Nachts auf, weil Glas klirrte. Ich hörte meine Mutter schreien, dann weinen. Ich hörte Ringo sagen sie solle sofort die Scherben aufheben, es täte ihm Leid. Es passiere nie mehr. Sie weinte. Machte, was er sagte. Ich zwang mich zu schlafen. Ich musste schlafen, ich war nicht dran Schuld. Sie streiten sich nicht wegen mir. Ich musste mir einreden, nicht Schuld zu sein. Bis dahin glaubte ich mir sogar.
Am nächsten Tag hatte meine Mama ein blaues Auge und die Türe zwischen Gang und Wohnzimmer war entglast. Ich fragte sie, was passiert sei. Ich tat so, als wäre ich nicht wach gewesen. Sie sagte sie hätte nicht gesehen, dass die Türe zu sei und ist dagegen gerannt. Ich sah sie fragend an und sie wusste dass ich ihr nicht glaubte. Sie sagte aber nichts mehr dazu.
Der Glasschaden wurde auf den Hund geschoben, welcher bei meiner Oma mittlerweile wohnt. Angeblich sei der Hund dagegen gesprungen. Die Haftpflicht zahlte.
Eine Zeit später bemerkte ich wieder das sie stritten, ich wollte schlafen, ich zwang mich zum schlafen. Ich konnte nicht schlafen. Ich hörte wieder dass sie über mich stritten. Darüber das ich keine Disziplin habe. Darüber das man mir nur noch mit Gewalt Disziplin beibringen könne. Meine Mutter kam ins Zimmer gestürmt… Sie machte Licht an, schrie ich solle mich ausziehen. Ich wusste nicht was kam, aber ich wusste ich musste dass ich Angst haben musste. Meine Mutter trampelte in die Küche. Schmiss da Sachen um. Trampelte in mein Zimmer zurück. In der Hand… Ein Kochlöffel… Ich sollte mich auf den Bauch legen. Meine Bettdecke weg legen. Ich vergrub mein Gesicht im Kissen. Und spürte gleich darauf hin einen ziehenden Schmerz an meinem Arsch. Ich schrie. Mama schrie. Ringo sah zu. Ich schrie weiter, strampelte, legte meine Hände schützend über meinen Arsch. Sie schlug mir auf die Finger. Schrie ich solle meine Hände wegnehmen und nicht so schreien. Ich konnte nicht. Sie schlug weiterhin auf mich ein. Immer mit den selben Worten: „Du bist selber Schuld, du könntest ein wunderschönes Leben haben, würdest du gehorchen.“ Sie hatte keine Kraft mehr. Sie lies von mir ab. Ich weinte. Sie befahl mir, ich solle aufhören zu heulen. Ich konnte nicht. Sie verliesen das Zimmer. Ich weinte weiter. Ich schlug auf mein Bett ein. Bis ich schlief. Unruhig schlief. Immer wieder wachte ich auf. Irgendwann wachte ich auf weil meine Mutter meine Backe streichelte… Sie saß vor meinem Bett. Ich sah sie an. Fragte sie was sie wolle. Sie sagte dass es ihr Leid täte. Sie wäre so sauer auf mich gewesen.
Das sie mich verprügelte passierte immer häufiger. In der Woche wenn es viel war 4 mal. Es gab mehrere Gründe. Einmal, weil ich nicht die Maßen von Aufgaben erledigt habe, andermal weil ich die Maßen von Aufgaben zwar erledigt habe, jedoch nicht ordentlich genug. Oder weil ich mein Mittagessen nicht gegessen habe und es im Zimmer verschwinden habe lassen. Oder weil sie das Brot von der Schule gefunden haben.
Dafür bekam ich dann manchmal kein Mittagessen. Irgendwann bekam ich kein Brot mehr in die Schule.
Meine Oma und meine Mutter haben sich zerstritten. Meine Oma wusste, was bei uns war. Nicht alles, das meine Mama und ich geschlagen wurden, wusste sie nicht. Aber sie wusste die Umstände zum Thema „essen“ bei mir recht gut. Also kam sie zur Schulpause oft vorbei und brachte mir Kuchen oder Brot oder sonstiges zu Essen, was ich dann zu Hause versteckte. Ich fand immer mehr verstecke. Meine Mutter leider fand sie auch. Aber ich wurde immer kreativer.
Wenn es nichts zu essen gab, gab es keine Schläge. Also war ich oft froh, kein essen zu bekommen. Ich hatte ja das von meiner Oma zu essen.
Irgendwann zogen wir wieder um. Diesmal in eine 3-Zimmer-Wohnung. Jedoch immer noch nicht mit Ringo zusammen. Er zog aber so gut wie mit ein.
Ich musste anfangs bei meiner Oma schlafen, weil die Wohnung noch nicht einzugbereit war. Das war recht schön, bei ihr zu schlafen. Regelmäßig Früh-, Mittag- und Abendessen. Und wenn ich wollte konnte ich auch mir so was zu essen machen. Ich konnte in die Küche wann ich wollte. Ich konnte raus, wann ich wollte. Ich hatte bei meiner Oma wieder die Freiheiten, die ich früher hatte.
Doch es kam auch wieder die Zeit, in der ich zu meinen Eltern zurück bin. Sie versprachen mir, dass jetzt alles besser werde. Das sie mir meine Freiheiten zurück gäbe. Jedoch, Ringo trank weiter Alkohol. Und ich habe es nicht auf die Reihe gebracht sauber zu saugen, oder Geschirr aus der Maschine zu räumen. Jetzt hatte ich noch andre Bestrafungsmethoden bekommen. Hatte ich nicht richtig geputzt musste ich mit der kleinen Handbürste den Boden putzen. Bis er weiß war. Ich habe es nie bis zum Ende geschafft. Er war danach nie richtig weiß. Ich musste es immer Abends machen, dann wenn Ringo besoffen war. Und wenn ich es an einem abend nicht sauber hatte, musste ich am nächsten Abend von vorne beginnen. Es war, als wäre ich gefangen, gefangen in Sklavenarbeit. Ich bekam mein Essen, je nach dem wie ich meine Arbeit machte. Je nach dem wie ich mich verhielt.
Freitags war Klo-Putz-Tag. Ich musste das Klo putzen. Es wurde auch immer nach kontrolliert. War irgendwo noch ein Fleck hieß es. Noch einmal. Also putzte ich noch einmal. Ich putze manchmal den ganzen Tag das Klo zig mal, weil er immer wieder neue Flecken fand.
Irgendwann sperrten sie die Küche ab, weil ich Nachts in die Küche bin, und mir essen machte. Ich musste unterm Tag fragen, ob ich die Küche, Wohnzimmer und Abstellkammer betreten durfte. Ich wusste aber, welcher Schlüssel in die Küche passte. So habe ich mir immer auf Vorrat was zu essen geholt. Nicht viel, aber so viel, das ich weiß, würde ich wieder nichts zu essen bekommen könnte ich mich selbst versorgen. Das fanden sie irgenwann heraus. Und das gab wieder Ärger. Kein essen und Schläge…
Ich musste Abends um 6:00 Uhr Getränke holen… Irgendwann, ging ich hinunter… Habe Getränke holen wollen. Bier um genau zu sein. Die Tür vom Kellerflur ging auf, und ich sah nach, wer es war. Es war mein Nachbar… Er grinste mich an… Stand an der Tür… Und fragte… „Mogst du mi?“ Ich wusste keine Antwort darauf… Er fragte noch einmal „Mogst du mi?“. Ich sagte leise „ja“… Er hatte es nicht verstanden und fragte noch mal nach… ich sagte lauter „ja“… Er grinste dumm. Kam zu mir und wollte unter mein T-Shirt… Ich schubste ihn weg. Er kam wieder. Schmiss mich zu Boden. Ich strampelte. Wollte das er weggeht. Er ging nicht weg. Er drückte mich zu Boden. Ich wollte schreien. „Nicht schreien.“ Er zog meine Hose runter. Meine Unterhose. Sah das untere an. Machte seine Hose auf. Zog sie runter. Sein unteres war steif. Ich sah ihn an. Er sah mich an. Stieß das steife etwas in mich. Hielt meinen Mund zu. Ich wollte schreien. Ich hatte Schmerzen. Nach ewiger Zeit lies er von mir ab. Zog seine Hose wieder an. Und ging. Ich lag noch kurz da. Dachte nach, was passiert ist. Es war keine Vergewaltigung. Es konnte keine Vergewaltigung sein. Mich trifft das nicht. Es ist ja schließlich mein Nachbar. Außerdem, ich habe mich nicht gewehrt. Ich habe nicht Nein gesagt. Also wollte ich es. Ich kam zu Sinnen packte schnell die Getränke und bin hoch gelaufen. Ich verhielt mich, als wäre alles normal. Als wäre nichts passiert. Ich war froh, das Ringo nicht nachfragte, warum ich so lange im Keller war. Ich stellte die Getränke vor den Abstellraum und verschwand in mein Zimmer und vergrub mich in lernen. Ich dachte nicht weiter nach, was das sollte. Ob es rechtens war. Es störte mich nicht. Es ist passiert. Ich hab Gefühle ausgeschalten. Der Alltagstrott ging weiter. Ich wurde in der Nacht nicht geschlagen. Jedoch habe ich sehr unruhig geträumt. …

26.7.07 12:24, kommentieren

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Ich frage mich...

Ich frage mich meist ob es wirklich so war.
Vielleicht hab ich es nur geträumt.
Eingebildet.
Meine Mutter streitet es ab.
Also.
Warum soll es dann wahr sein?
Vielleicht hatte ich eine wunderprächtige Kindheit.
Nur weiß ich es nicht?
Kann mich nicht mehr dran erinnern?
Aber, dann möchte ich wissen: Warum?

Ich habe Angst, sagen zu müssen: "Ja, es war so."
Denn so schaut mich jeder an, als wäre ich nicht von hier.
Bekomme nur Mitleid.
Ich hasse Mitleid.
Gespielte Gefühle.
Es kann doch nicht wirklich so sein.

Kein normaler Mensch würde so zu seinem Kind sein.
Warum also meine Mutter?

Ich schreibe morgen weiter.
Denke ich.
Wenn ich kann...

29.1.07 01:04, kommentieren

...

"Sandra, du putzt heute die Wohnung, machst das Essen, deine Hausaufgaben, lernst, gehst einkaufen und machst dein Zimmer sauber. Und du schaust NICHT Fernsehen! Haben wir uns da verstanden?"

"Ja, Mama."

Ich ging in die Schule, und passte im Unterricht auf, zumindest versuchte ich es. Ich überlegte mir, was ich denn alles mache, wenn ich daheim bin. Denn ich wollte doch unbedingt diese Sendung sehen. Aber ich durfte ja nicht...

Nach der Schule lief ich nach Hause. Ich ging bei dem Frisörsalon vorbei, bei dem man immer eine Hand voll Gummibärchen bekommen hat.

Als ich daheim angekommen bin, sperrte ich die Türe auf, niemand war daheim, was erwartete ich auch?

Ich suchte mir eine CD aus, steckte sie in den Player und drehte auf und tanzte mit dazu.

Dann hab ich meine Aufgaben gemacht, wie man mir gesagt hatte. Als erstes hab ich schnell Hausaufgaben gemacht, und die Wohnung geputzt, danach das Essen gemacht. Zimmer aufgeräumt. Dann es war 6 Uhr. Meine Serie, die ich unbedingt sehen wollte kam. Trotz verbot hab ich sie mir angesehn. Und vergas das einkaufen.

Um 7 kamen meine Eltern heim. Sie zogen sich aus, und haben gleich in allen Ecken geschaut, ob ich meine Aufgaben richtig gemacht habe.

"Sandra, wo ist der Einkauf?"
"Ich, den, hab ich vergessen."
"Und richtig sauber gemacht hast du auch nicht!"
"Aber, ich hab doch das gemacht, was ihr wolltet!"
"AB IN DEIN ZIMMER UND MACH DAS ZUMINDEST SAUBER!"

Ich ging ohne Widerrede in mein Zimmer. Aber ich machte nicht sauber, für mich war es ordentlich. Also legte ich mich in mein Bett, hörte den Streit zu, den sie im Zimmer nebenan führten.

Dann kam meine Mutter rein, ich bekam Angst. Ich lies mir nichts anmerken. So hoffte ich doch.

Sie sahen mein Zimmer an, haben alles auf den Kopf gestellt. Fanden mein Brot für die Pause, das ich nicht gegessen habe.
Ringo wurde wütend.
Ging in die Küche.
Kam mit einem Teller zurück.
Auf dem ein verschimmeltes Brot lag und Wurst aus dem Abfalleimer.
Er gab es mir, meinte "Hier, dein Abendessen!"
Ich sah es an.
"ESS!"
Ich ass.
Es wurde ihm zu blöd mir dabei zuzusehen, wie langsam ich esse.
Er nahm den Teller, schmiss das Essen auf mein Bett.
Zerbrach den Teller.
Nahm eine Scherbe aus dem Haufen heraus.
Steckte sich diese Scherbe in den Mund.
Und biss darauf herum.
Er nahm noch eine Scherbe.
Steckte sie mir in den Mund.
Zwang mich.
zu beisen.
Ich weinte.
Versuchte zu beisen.
Es ging nicht.
Ich biss noch einmal.
Die Scherbe zerbröselte langsam an der Seite.
Ich biss solange, bis ich sie Schlucken konnte.
Das tat ich auch.
Ich weinte.
"Hör auf zu flennen, so schlimm ist es doch nicht!"
Ich versuchte aufzuhören zu weinen.
Es wurde schlimmer.

Sie sprachen sich ab. Meine Mutter nickte.
Sie sagte mir, ich solle mich ausziehn.
Ich konnte nicht.
Sie ging in die Küche.
Holte den Kochlöffel.
Kam zurück.
Sagte wieder ich solle meine Hose ausziehn.
Ich tat es.
Ich wartete.
Dann kam der erste Schlag.
Ziehen.
Stechen.
Schmerz.
Hass.
Der zweite.
wieder.
Ziehen.
Stechen.
Schmerz.
Hass.
So ging es weiter.
Der Schmerz wurde immer schlimmer.
Wieder versuchte ich.
Meinen Körper mit den Händen zu bedecken.
Sie schlug auf meine Hände.
Immer weiter.
Immer fester.
Und meinte immer wieder.
"Du bist doch selber Schuld!"
"Du könntest ein viel schöneres Leben haben!"
Irgendwann verschwanden beide.
Ringo mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
Meine Mutter mit Tränen.

Ich blieb so liegen.
5 Minuten lang.
Dann zog ich mich aus.
Sah meine Finger an.
Sie waren blau.
dick.
Ich überlegte mir ob ich abhauen soll.
Nein.
Ich hab hier doch eig. ein schönes Leben.
Ausserdem, wo sollte ich hin?
So ist das in jeder Familie.
Also, sollte ich mich nicht so anstellen.

Also blieb ich.

Und schlief.
Mit Albträumen.

30.1.07 11:01, kommentieren

...

Ich habe Mist gebaut.
Ich habe nich das gemacht, was ich sollte!
Ich habe nicht meine Arbeit gemacht, die ich machen sollte, also wurde ich dafür bestraft.

Wieder mit dem Kochlöffel.
Wieder dieser ziehende Schmerz.
Aber diesmal nicht Abends.
Wo ich so gern und schnell darüber einschlafen wollte.
Diesmal sofort nach der Schule.
Es war ein Freitag.
Meine Mutter meinte, ich werde für den Rest des Wochenendes im Zimmer verbringen.
Mit den Aufgaben, das ich jeden Tag 1000 mal in mein Strafheft "Mama und Ringo sind nicht böse, man widersetzt sich ihnen nicht!" schreiben musste.
Keine Musik.
Kein Fernseher.
Nur da sitzen und schreiben.
Meine Mutter kam ins Zimmer, brachte mir eine Flasche Wasser, eine Scheibe trocknes Brot, einen Eimer.
"Da, hast was zu trinken und zu Essen, teils dir ein, das hat dir übers Wochenende zu reichen! Und auf dem Eimer kannst du aufs Klo gehen."
Sie sperrte mein Zimmer von aussen ab, sodass ich wirklich nicht mehr dieses verlassen konnte, auch wenn sie nicht zuhause waren.
Ich schrieb also.
Ich hab alle möglichen Sache ausprobiert um schneller zu schreiben.
Irgendwann schrieb ich wie in Trance, lebte in meiner Scheinwelt. Wie es doch wäre, irgendwo anders zu leben, wie mein Leben verlaufen könnte, wäre ich so wie man von mir verlangt...

Und dann schreckte ich auf. Mir kam ein Gedanke der mir sehr große Angst machte.
Was wenn es anfängt zu brennen?
Was wenn die Zigaretten von ihnen nicht richtig ausgedrückt sind?
Was wenn irgendwas in Brand gerät?
Ich hatte panische Angst.
Und zwang mich weiter zu schreiben...

Ich bekam über das Wochenene weder das Gesicht meiner Mutter zu sehen, noch bekam ich eine Scheibe Brot mehr. Ich musste wirklich damit auskommen.

So lernte ich, den Drang Trinken zu wollen zu vergessen, zu übersehen. Anfangs war es schwer. Aber je öfter solche Tage kamen, je öfter solche Wochenenden kamen, je besser konnte ich das. So dass ich in einer Woche nur noch einen halben Liter trank...

...

31.1.07 06:18, kommentieren

...

Ich trank also immer Weniger.
Ich hatte das erste Heft voll.
Das zweite.
Das dritte.
Ich weiß nicht wie viele.
Ich hasste die Wochenenden.

Wir zogen irgendwann wieder aus.
Zogen in eine andere, größere, Wohnung.
Dort hab ich gleich alle Schlüssel ausprobiert.
Und jeder, der für mein Zimmer passte, den nahm ich und versteckte ihn im Zimmer.
Ich lebte mich ein.
Ging in die neue Schule.
Und wurde weiter geschlagen.

Ringo fing an, meine Mutter zu schlagen.
Und dann kam sie zu mir.
Ich fing an mit meinen Kuscheltieren zu reden.
Sie waren wie mein Psychologe.

"Weißt du, Bär, ich will hier nicht mehr leben, weißt du wie schön es wäre, wenn ich in einem Heim wäre?"

und er antwortete mir:

"Ja, ich verstehe dich, ich bekomme das ja jeden Tag mit. Ich hätte schon lang etwas getan. Trau dich doch. Tu es doch."

Ich tat es nie...

Und ich behielt meine Selbstgespräche fort. Jetzt noch.

Irgendwann stand ich auf dem Fenstersims.
Vollgepackt. Mit Klamotten.
Ich konnte nicht runterspringen.
Obwohl es nur 2 Meter waren.
Es könnte mich jemand beobachten.
Der würde denken, das ich ein böses Mädchen sei.
Also sprang ich nicht.

Und es ging weiter.

Ich fing an mich selbst zu verletzen.
Irgendwann. Keine Ahnung, wie alt ich war.
Es erlöste.
Es bestrafte.
Es gab mir die Antwort auf die Frage: "Lebst du noch?"
Also schnitt ich weiter.
Ich konnte es nicht wirklich verheimlichen.
Es gab mehr Schläge.
Mehr Schnitte.

Irgendwann wollte ich nicht mehr schneiden.
Ich sah ein, das ich mich selbst verletze.

Doch mein Körper wusste sich selbst zu helfen.
Er "schrie" selber nach Hilfe.
Ich verletzte mich immer so im Sportunterricht, das ich zum Arzt musste.
Das ich immer einen Gips bekam.
Oder ins Krankenhaus musste.
Zwischen den Verletzungen war gerade mal, wenn überhaupt, immer eine Woche.
Der Arzt kannte mich sehr gut.
Oh ja.

Ich musste trotz Gips am Bein und Krücken mit Zeitungen tragen.
Nachts.
Dunkelheit.
Allein.

und ich schaffte es. Mein Körper hat viel mitgemacht. Wenig getrunken, "nur" Mittagessen (Früh und Abendessen gab es für mich nicht mehr, da ich nicht ohne Aufsicht in die Küche durfte)
gegessen, Nachts um 2 Uhr aufgestanden, bis 6 Uhr getragen, um 8 in die Schule und um 8 abends ins bett.

Bis ich mir den Arm brach.
Ich musste längere Zeit in die Klinik.
Ein dummer Zufall ergab das ich an eine Psychologin kam.
Wir sprachen mit meiner Mutter...

...

1.2.07 01:16, kommentieren

...

"ich will nur einmal mit dir schlafen."
"nein."
"bitte, nur deine geilen brüste anfassen, dich ficken."
"nein"
... kurze zeit später...
"hier trink"
ich trank
alkohol
er schmeckte gut.
ich wollte verdrängen was er vorher zu mir sagte..
das meinte er sicher nicht ernst.
niemals.
nein.

ich trank immer mehr.
ich wusste nicht mehr was wo war

ich bekam irgendwann wieder was mit.
als ich in einem bett lag
nackt.
ich spürte ...
irgendwas...
eckliges...
zwischen meinen beinen.
es tat weh.
ich konnte mich nicht wehren.
ich wusste nicht, was passierte.
irgendwann schlief ich ein
ich wachte wieder auf.
sah mich um
sah ihn neben mir
er grinste.
sah mich an.
sagte: "Jetzt hast du doch mit mir geschlafen"

sorry.
kann nicht weiter schreiben...

15.2.07 15:49, kommentieren